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Frosch “Auf dem Rückweg”

Hallo meine Lieben,
mittlerweile befinden wir uns auf dem R?ckweg aus dem Norden. Unsere Gedanken befassen sich mit der Flugbuchung. Die US-Visa laufen zum 8. 9. aus; die Fluggesellschaften wollen den Hund aber erst am 16. 9. mitnehmen. Das Theater geht also wieder los. Mal sehen, wie wir uns aus der Aff?re ziehen. Ansonsten ist alles klar. Im Moment befinden wir uns in Stewart, einer Kleinstadt am Pazifik zum B?ren beobachten, wenn sie die Lachse fangen. Leider fehlen im Moment sowohl die Lachse als auch die B?ren.
Bis bald, und viel Spa? beim Lesen des Beitrags.

Herzlichst Claudia, Gerd und der arme Strolch

Auf dem R?ckweg

Auf dem Highway mit dem sch?nen Namen ?Top of the World? geht es Richtung Dawson City. Die Stra?e f?hrt entlang hoher Bergk?mme und bietet einen gro?artigen ?berblick auf die unendliche Weite der nordische Wildnis. Gr??ere Abschnitte sind unasphaltiert. Die Regenf?lle der letzten Tage haben sie in eine schmierige Piste verwandelt, die mit gro?er Vorsicht zu befahren ist. Bald erreichen wir die kanadische Grenze, die wir problemlos passieren.

Top 20of 20 the World

Alaska liegt damit hinter uns, auch wenn wir planen, nach Skagway im S?den noch einmal einzureisen, um die angeblich wundersch?ne Strecke nicht unbeachtet zu lassen. Ebenfalls hinter uns liegt Dawson City, die Metropole des Goldrushs aus der Zeit der vorletzten Jahrhundertwende. Die St?tte des ersten Goldfundes ist f?r die Touristen zug?nglich gemacht, entlang des kurzen Trails stehen sehr viele Schautafeln mit Fotos und Erkl?rungen. So k?nnen wir uns das Museum sparen. Auch die riesige Dredge, mit der das gesamte Tal ausgebaggert und durchsiebt wurde, beeindruckt uns sehr. Hier blieb kein Stein auf dem anderen. Doch immer noch versuchen unentwegte Miner, die riesigen Abraumhalden erneut zu durchpfl?gen, um vielleicht zu finden, was damals ?bersehen wurde.

Dredge

Bei Claim 6 versuchen dies ein paar mit Goldpfannen ausger?stete Touristen ebenfalls. Auch ich wasche schnell drei Pfannen und finde wie erwartet absolut nichts.
Daf?r betrachten wir die Nuggets und die verschiedenen Arten von Goldstaub, die in den Juwelierl?den ausgestellt sind und erworben werden k?nnen. Als Wertanlage, Geschenk oder einfach zur Erinnerung, wenn es mit den eigenen Versuchen nicht so recht geklappt hat.

Goldpanning

Goldgraeber_heute

Ein Plattfu? sorgt daf?r, dass wir noch einen Tag l?nger in Dawson verbringen. Zwei L?cher im Mantel, knapp nebeneinander, zwingen uns zum Kauf eines neuen, der nat?rlich erst bestellt werden muss. Am Samstag um die Mittagszeit wird er aufgezogen. Die Montage m?chten wir doch bitte selbst machen, da keine Arbeiter mehr da w?ren. Man hilft uns aber, den schweren Ersatzreifen aufs Dach zu wuchten. Erst da bemerke ich, dass die Befestigungsmuttern fehlen. Der Laden hat aber zu; nach der Mittagspause k?me aber noch jemand zur Reinigung. Ich suche und finde dann auch besagte Muttern.
Jetzt geht?s Richtung S?den. Ein Umweg zum Silvertrail, wo zur Abwechslung Silbererz anstelle von Gold gewonnen wurde, erweist sich als lohnenswert. Auch hier gibt es ein tolles Museum mit vielen, teilweise sehr gut erhaltenen Maschinen, die die Geschichte der Region lebendig werden lassen.
Immer noch ?rgert uns das Auto. Als sei ein Plattfu? nicht genug, beginnt die K?hlung wieder zu hei? zu werden. Wir k?mpfen uns mit zugeschalteter Heizung und manchmal sogar mit eingeschaltetem Gebl?se ?ber die P?sse. Blo? nicht noch noch eine defekte Zylinderkopfdichtung! Ein Auge ruht jeweils auf der K?hlwassertemperatur, das andere auf der Stra?e.
So erreichen wir Whitehorse, wo auf der Hinfahrt bereits unsere Frontscheibe repariert wurde. Zwei Einschl?ge, verursacht durch einen entgegen kommenden Laster, wecken Bedenken beim Befahren der Gravelroads.
Die K?hlerwekstatt baut mal wieder den Thermostaten aus. Nutzt nat?rlich nichts, hatten wir ja schon alles. Aber der K?hler k?nne es nicht sein, der sei ja wie neu. Hatten wir auch schon. Am n?chsten Tag kehren wir zur?ck; jetzt wollen wir unbedingt einen neuen K?hler. Dazu m?sse aber der alte ausgebaut werden, um die Gr??e zu messen. Dazu sei aber keine Zeit. Also lege ich mich selbst unters Auto. Bl?d, dass jedes Mal der Unterfahrschutz zuerst weggenommen werden muss. Claudia hilft, anschlie?end entschlie?t sich die Werkstatt, den K?hler durchzusp?len. Es fliegt einiges an Dreck heraus. Wir glauben, auf einen neuen nun verzichten zu k?nnen. Der Motor wird tats?chlich nicht mehr ganz so warm; um einen neuen K?hler werden wir aber auf Dauer nicht herum kommen.
Aber was scheren mich derart tr?be Gedanken im Moment? Wir stehen an einem wundersch?nen gro?en See im kanadischen Hochgebirge, umrahmt von vergletscherten Bergen. Eine Angeltour bei strahlendem Sonnenschein brachte mehr als zehn Bisse von kleinen Forellen, die wir aber jedes Mal unverletzt zur?ck setzen konnten. Ob es hier auch etwas gr??eres f?r die Pfanne gibt?

Gebirgssee

Jetzt, acht Uhr abends, sind dunkle Regenwolken aufgezogen, der Wind bl?st frisch. Wir w?nschen uns f?r den morgigen Tag wieder Sonne, um erneut die atemberaubende, und hier nahezu m?ckenfreie Natur, vom Wasser aus genie?en zu k?nnen.

Youkon bei Dawson City

Kommentar

Frosch “Am anderen Ende der Welt: Alaska!

Hallo meine Lieben,
unsere Weltumrundung (mit Ausnahme von Afrika und Australien) ist beendet, auch wenn wir noch eine Weile unterwegs sein werden. Bis jetzt ist alles ganz toll gelaufen, wir hoffen, dass es so bleibt.
Herzlichst Gerd u. Claudia

Am anderen Ende der Welt: Alaska

Jetzt haben wir es also geschafft: Von Feuerland bis Alaska. Von einem Ende der Welt zum anderen. Auch wenn wir noch nicht den n?rdlichsten Punkt erreicht haben, das n?rdlichste Land allemal. Es zeigt sich zun?chst tropisch hei? mit Temperaturen von mehr als 30?C; erwartet h?tten wir K?lte, Regen, vielleicht sogar Schnee. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen. Die Folge der schrecklichen Hitze sind dichte M?ckenschw?rme, die aus jedem Geb?sch aufsteigen und uns trotz Spray und Gesichtsschutz piesacken. Neulich, wir hatten gerade einen sch?nen Stellplatz s?dlich von Fairbanks, der zweitgr??ten Stadt, gefunden, als die Luft nach Rauch roch. Zuvor hatte man die Stra?e mehr als einen ganzen Tag gesperrt, weil die Feuerwehr mit einem Waldbrand besch?ftigt war. Fliehen? Wir fahren Richtung S?den, der Rauch wird st?rker. Also umkehren? Wir erkundigen uns nach dem Gefahrenpotenzial und werden beruhigt. Ja, da seien Waldbr?nde, aber die seien weiter weg. Also suchen wir unseren Schlafplatz wieder auf und verbringen eine ruhige Nacht.
?In Alaska wollte ich nicht leben. Im Sommer fressen einen die M?cken oder wird ger?stet, im Winter erstarrt man zu Eis?. So jedenfalls die Stellungnahme von Claudia.
Eigentlich hat sie nicht so ganz Unrecht, g?be es da nicht etwas, was das Land so einmalig macht. Gold!
Mich hat das Fieber fest im Griff, seit wir in Kanada zum ersten Mal f?ndig wurden. Immer wieder halten wir an Stellen, in denen die Touristen entweder mit oder ohne Bezahlung ?Goldpanning? betreiben d?rfen. Manche r?cken mit m?chtigem Ger?t an. Mit starken Motorpumpen saugen sie den Boden der B?che, vor allem unter dicken Felsbrocken ab, lassen den Sand und Kies ?ber eine Vorrichtung ?hnlich einem Waschbrett laufen und hoffen, etwas Goldstaub zu finden. Man muss sich vorstellen, dass all diese Pl?tze seit mehr als einhundert Jahren immer und immer wieder mit schwerstem Ger?t umgepfl?gt wurden und dann kommt so ein M?chtegern-Goldsucher wie ich mit seiner Plastikpfanne und glaubt, dass man f?r ihn noch ein paar Nuggets ?bergelassen hat! Da hilft nur dort suchen, wo vorher noch niemand war. Allerdings ist es sehr unwahrscheinlich, an all den mittlerweile leicht zug?nglichen Pl?tzen Goldstaub zu finden. Touristenscharen und Hobbyprospektoren waren bestimmt schon vor mir da. Ziemlich desillusioniert ?berlege ich, entweder die Angel auszuwerfen oder es doch noch einmal mit der Pfanne zu versuchen, als wir neulich Abend an einem rauschenden Wildbach halten. Nat?rlich entscheide ich mich f?r die Pfanne. Beim dritten Versuch glitzern tats?chlich zwei St?ubchen aus dem schwarzen Eisensand, der immer den Rest der Pfanne ausmacht. Beim n?chsten Versuch bin ich zufrieden: Goldstaub, fast in der Menge, wie damals in Quesnel. Was bedeutet, etwa zehn bis zwanzig St?ubchen pro Pfanne! Verschwindend wenig, aber darum geht es nicht. Ich habe selbst, weit von den touristischen Pfaden, ohne Anleitung und Hilfe, Goldstaub gefunden. Damit kann ich mich mit Fug und Recht in die Reihe derer einordnen, die vor hundert Jahren durch das Land zogen auf der Suche nach dem gelben Metall.
Der Autor meines Goldsucher-Handbuchs (300 Seiten, die ich mittlerweile fast auswendig kann), warnt: Man soll die Suchtgefahr nicht untersch?tzen, die damit verbunden ist. Das sei keineswegs l?cherlich. Er hat wohl in meinem Fall recht. Das schlimmste, was passieren k?nnte, w?re wohl, wenn ich tats?chlich ein paar gr??ere Goldk?rner finden w?rde. Schon jetzt hat Claudia alle H?nde voll zu tun um zu verhindern, dass ich total abdrehe. Dabei hat Alaska so tolle Landschaften, ?hnlich wie Norwegen oder Patagonien zu bieten. Weit, wild, urspr?nglich. Ich muss mich zusammenrei?en, um dies bewusst wahrzunehmen.
Auch, oder gerade bei schlechtem Wetter wie in den beiden letzten Tagen als wir die S?dk?ste bei Seward besuchen, wird der Eindruck der ungeb?ndigten Natur so richtig deutlich. Grauschwarze Wolkenb?nke ziehen vom Meer aufs Land, verh?llen die mit Eis und Schnee bedeckten Berge und bescheren uns st?rmischen Regen. Das also ist das andere Gesicht Alaskas.
Aus unserer Fahrt nach Inuik, dem n?rdlichsten Punkt unserer Reise, wird wohl nichts werden. Wir stehen im Moment in Dawson, der ber?hmten Goldgr?berstadt aus der Zeit des Goldrushs. Gerade haben wir uns mit einem Unimogfahrer, der vom Dempster-Highway umgekehrt ist, unterhalten. Er erz?hlte, dass die Stra?e durch Unwetter an zwei Stellen unterbrochen sei. Die Reparaturen w?rden mindestens vier Wochen dauern. Personen, die mit ihrem Auto nicht zur?ckk?nnten, w?rden vermutlich ausgeflogen.
Im Moment stehe ich auf einem Campground in einer Halle zwischen Waschmaschinen und W?schetrocknern und warte, bis letztere ihre Arbeit beendet haben. Aber hier soll die beste M?glichkeit sein, ins Netz zu kommen. Doch das gelingt weder mir, noch einer anderen Dame, die ebenfalls mit ihrer W?sche besch?ftigt ist. Wir vermuten, dass die Verbindung abgeschaltet wurde und wohl erst morgen wieder zur Verf?gung steht.

Gletscher

See in Kanada

Seward

Wildnis Alaskas

Kommentar

Frosch “Alaska- Highway”

Hallo meine Lieben,
im Anhang ein paar Bilder und etwas Text, in der Hoffnung, dass die
?bertragung hier aus Anchorage im MacDonald zustande kommt.
Gru? Gerd u. Claudia

Mo, 17. 6. 2013

Alaska- Highway

Irgendwie ist mir unheimlich zumute. Laut singend schlendre ich am Ufer eines wundersch?nen, gro?en Sees entlang um einen Zugang als Stellplatz f?r die Nacht zu finden. Doch weil mir nicht ganz wohl in meiner Haut ist, kehre ich bald um und gehe zum Auto zur?ck. Wir werden schon etwas anderes finden, au?erdem war das Ufer ja sehr m?ckenverseucht.
Als wir weiterfahren, f?llt die Beklemmung von mir ab. Vor etwas mehr als einer Viertelstunde haben wir am Stra?enrand einen Grizzly gesehen, der sich in der warmen Abendsonne r?kelte und keinerlei Scheu zeigte. Wahrhaftig, ein Grizzly mit goldbraunem Fell, ein stattliches Tier. V?llig ohne jede Scheu lie? er sich von uns filmen und fotografieren. Was sind dagegen schon die kleineren Schwarzb?ren, denen wir mittlerweile fast jeden Tag begegnen! Oder die Elche, auch wenn sie noch so fotogen im gr?nen Sumpf stehen und die Wasserpflanzen abernten. Auch das Rudel Dickhornschafe, die wilden Waldbisons, der Schwarm buntgef?rbter Kanadag?nse konnten es mit ihm nicht aufnehmen. Nicht einmal der riesige Rotfuchs, der eine Kr?he im Maul davon schleppte, war ?hnlich beeindruckend. Ja, dem Grizzly m?chte ich jedenfalls nicht im dunklen Wald ?ber den Weg laufen.

Schwarzbaer

Bison

Rotfuchs

Grizzly

Als w?ren wir bei Orpheus, so friedlich und v?llig ungest?rt von dem vorbei flutenden Verkehr verhielten sich die Tiere. Wir konnten jedes Mal mit dem Auto zur?cksetzen und sie in aller Ruhe fotografieren, als w?ren wir im Zoo. Aber dies ist die kanadische Wildnis und wir tun gut daran, auf unseren einsamen n?chtlichen Stellpl?tzen und den Spazierg?ngen mit dem Hund vorsichtig zu sein. Strolch darf nicht mehr allein laufen, er muss jetzt st?ndig an die Leine. Wir wollen nicht, dass er pl?tzlich mit einem Grizzly quer im Maul zur?ckkommt. Die Landschaft am Alaska-Highway ist nicht so berauschend, wie wir uns das vorgestellt hatten. Auch mit der Einsamkeit ist es nicht so weit her, bewegt sich doch der gesamte Touristenstrom nach Alaska ?ber diese Verbindung. Aber die Tierwelt entsch?digt f?r alles, auch f?r das Wetter. T?glich wechselt Regen mit dichter Bew?lkung und Sonnenschein ab.
Am l?ngsten Tag des Jahres, dem 21. Juni, haben wir die Grenze zu Alaska ?berschritten. Es wird nicht mehr dunkel. Wir k?nnen den Lauf der Sonne aber bislang nicht verfolgen, da sie sich zumeist hinter dicken Regenwolken versteckt, die regelm??ig abends auftauchen. Vielmehr als dies verhindern aber die dichten M?ckenschw?rme, dass wir uns ins Freie wagen. Zum Gl?ck haben wir es mittlerweile geschafft, dass das Autoinnere vor ihnen sicher ist. Noch vor ein paar Tagen hatten sie mal wieder eine L?cke im Hubdach entdeckt, durch die sie einfallen konnten. Wir hatten in der Nacht kein Auge zugemacht und waren am Morgen v?llig zerstochen. Aber dies ist nun mal die unangenehme Seite des hohen Nordens. So sch?n die Landschaft mittlerweile auch ist, so einsam die fast unber?hrte Natur um uns, diese Biester sind in der Lage, einem alles zu verderben. Steht man abends an einem Flussufer beim Angeln, w?scht man auf einem Claim in einer Goldsucherregion mal ein paar Pfannen, st?ndig hat man das Gesumme dieser Widerlinge in den Ohren, selbst wenn man sich noch so gut mit M?ckenspray eingeschmiert hat.
Die Tiere des Nordens haben wir ansonsten nicht mehr gesehen; dieser eine Tag war wohl v?llig einmalig. Dabei fuhren wir durch kein Naturschutzgebiet, wie man leicht denken k?nnte. W?lfe und Rentiere sind uns bislang auch noch nicht begegnet, obwohl Warnschilder immer wieder vor letzteren warnen.

Schilderwald

Jetzt noch etwas technisches:

Nachdem wir in Quesnel rund zwei Wochen auf die Teile f?rs K?hlsystem gewartet hatten und diese endlich eingebaut waren, hoffte ich, dass damit nun alles o. k. sei. Dem war aber nicht so. Nach wie vor ?berhitzt der Motor; an Steigungen muss ich die Heizung aufdrehen und das Gebl?se dazu laufen lassen, um zu verhindern, dass die Nadel in den roten Bereich wandert. Dabei wurde au?er der Wasserpumpe der Thermostat, die Viscokupplung des L?fters und der Temperatursensor gewechselt. Auch der K?hler war bereits untersucht worden. Ich wei? mir keinen Rat mehr! (Wenn jemand eine Idee hat, bitte melden).
Als ich mir nicht mehr anders zu helfen wusste, beschloss ich, den Thermostat wieder auszubauen, um die K?hlung zu verbessern. Vorgestern abend schritten wir zur Tat (trotz M?cken) und glaubten, in einer halben Stunde fertig zu sein, auch wenn das Teil etwas verbaut angebracht ist. Ich wollte gerade das K?hlwasser wieder einf?llen, als ich merkte, dass die Ablassschraube sich nicht einsetzen l?sst. Es fehlt n?mlich das Gewinde. Die Schraube, die ich mit einer 22er Nuss herausgedreht hatte, war eine Hohlschraube, die die Verschlussschraube aufnimmt. Sie war in den K?hlerboden eingel?tet. Die Jungs, denen das eingefallen ist, h?tten B?cker werden sollen!!
Durch das Loch des Unterfahrschutzes konnte ich nicht sehen, dass zwei Schraubengr??en vorhanden waren und erwischte mit der Nuss prompt die falsche. Was tun?

Buschreparatur

Erst mal schlafen. Am Morgen fiel mir ein, dass ich einen Zweikomponentenkleber f?r Metall dabeihabe. Ob das Zeug wirkt? Die Hohlschraube setzte ich mit etwas Dichtmasse ein und bestrich sie und den K?hlerboden mit dem Kleber. Nach zwei Stunden schien das Ganze auch fest geworden zu sein. Zur Sicherung spannte ich noch einen Gurt darum. Das Auto hat jetzt einen blauen K?hlerstreifen. Aber alles ist dicht, und darauf kommts an. Abgesehen von extremen Steigungen l?uft der Motor jetzt im mittleren Temperaturbereich. Damit k?nnen wir leben.
W?hrend ich dies schreibe, stehen wir an einem sehr sch?nen Badesee in der N?he von Fairbanks. Es ist Sonntag, der 23. 6. Gestern, als wir kamen, war der Campingplatz voll, mittlerweile hat er sich weitgehend geleert. Am Morgen waren wir mit dem Boot drau?en, auch der Strolch wurde wieder in seine Schwimmweste gezw?ngt. Um uns r?hrten die Bootsmotoren, Amerikaner f?hlen sich eben besonders wohl, wenn sie ?ber gen?gend Power verf?gen. Wir in unserem Minib?tchen n?tigen ihnen ein m?des Grinsen ab. Daf?r k?nnen wir die Hechte im absolut kristallklaren Wasser beobachten, die sich uns neugierig n?hern. So allm?hlich gebe ich das Angeln auf; ich k?nnte mir nicht vorstellen, diesen sympathischen Lebewesen nachzustellen. Genau so wenig wie eines der oben genannten Tiere zu jagen und zum Vergn?gen tot zu schie?en. Mir tun all die leid, die dies tun und sich anschlie?end wie Helden f?hlen.

Kommentar

Frosch “Kanada”

Hallo meine Lieben,
mittlerweile sind wir in Kanada angekommen, doch lest selbst. Das Auto war mal wieder in Reparatur, so dass wir zwei Wochen Aufenthalt hatten. Da wir aber fahren konnten, haben wir das Beste daraus gemacht.
Herzlichst, Gerd u. Claudia

Kanada

Ob wir auf diese Art wohl reich werden? Wir sitzen an einem gro?en Fluss mit rei?ender Str?mung, der gerade Hochwasser f?hrt. In den H?nden schwenke ich eine rote Plastikpfanne, gef?llt mit Kies vom Uferrand.
Ich schwenke, sch?ttle und lasse die Pfanne rotieren, bis der Sand fast vollst?ndig daraus verschwunden ist. Zur?ck bleiben zahlreiche winzige funkelnde Fl?ckchen: Goldstaub!

Beim Goldwaschen

Eigentlich wollte ich schon immer in Alaska Gold suchen. Aber es ergab sich, dass unser Auto mal wieder Zicken machte. Die Erneuerung in der Mercedes-Werkstatt hat ihm nicht gereicht. Auch das mehrmalige Wechseln des Thermostats einen Tag sp?ter unterwegs brachte keine Abhilfe. Selbst die Untersuchung des K?hlers bei einem Spezialisten, bei dem ich den Radiator selbst aus- und wieder einbauen durfte, brachte keine Linderung. Der Motor wurde st?ndig zu hei?. Zeitweilig konnten wir uns nur bei voll eingeschalteter Heizung von der Stelle bewegen. Dann kam die Erleuchtung: Ausbau des Thermostats und Erneuerung des L?fterantriebs. Dazu suchten wir in Quesnels, einer gr??eren Stadt am Cariboo-Trail,

Cariboo Gold Trail

eine Werkstatt auf. Ja, die Teile k?nnen wir bestellen, dauert aber wohl 14 Tage, bis sie eingebaut werden k?nnen. Gl?ck im Ungl?ck, wir befinden uns in einer wundersch?nen ?schwedischen? Landschaft mit Bergen, Seen und Fl?ssen, dazu Wildnis, so weit das Auge reicht. Es gibt grandiose Blicke ?ber die unendlich scheinende kanadische Tundra. Das beste aber: Wir sind in einem ausgesprochenen ?Goldland?. Schon um 1850 hatte ein gewisser Barker reiche Goldfunde gemacht. Als er das Gold verkaufte und zur?ckkehrte, war um seinen Claim die gr??te Stadt n?rdlich von San Franzisko und westlich von Chikago entstanden. Auch heute noch wird das gesamte Erdreich der Gegend umgepfl?gt auf der Suche nach Gold. Entlang eines jeden Baches ziehen sich die Grabungsgebiete; ?berall findet man die ?berreste ehemaliger F?rderanlagen. Klar, dass ich da nicht fehlen darf: Also schnell eine Goldpfanne samt Zubeh?r gekauft, dazu Gummistiefel, und es kann losgehen. Doch wo?
Wir erkundigen uns und erfahren, dass wohl niemand was dagegen hat, wenn wir entlang eines Baches etwas Goldpanning betreiben. Aber wie macht man es richtig, und wo ist eine geeignete Stelle? Ich hatte mir bereits in Nevada ein Goldgr?berbuch mit allen Anleitungen gekauft, in der Praxis hat es aber wenig genutzt. Da, wo Gold sein sollte, war keins. ?Gold is, where you find it!? Und Gold ist halt nicht ?berall.
Wir treffen eine Gruppe von M?nnern bei einem Goldgr?berlager, zu mindestens halten wir es daf?r. Sie begr??en uns sehr freundlich, wozu, wie ?berall, unser Auto bzw. dessen Optik, ihren Beitrag leistet. Einer der Herren f?hrt uns zu seinem Grundst?ck am Cottenwood-River und zeigt uns die Technik des Goldwaschens. Nach ein paar Versuchen haben wir es heraus und folgen zwei Tage, zeitweise in str?mendem Regen, dem ?Lockruf des Goldes?. Ist halt total geil, wenn nach jedem Waschgang die funkelnden Flocken in der Pfanne auftauchen.
Reich werden wir so jedenfalls trotzdem nicht. Selbst wenn wir vielleicht nach zwei Tagen 200 Fl?ckchen einsammeln konnten, sind diese in unserer Pipette kaum sichtbar. Heute haben wir ein Ger?t gekauft, das unsere Bem?hungen um den Faktor zehn verst?rken soll. Mal sehen, ob es funktioniert!
Doch zun?chst unterbrechen wir das Goldpanning, um uns das historische St?dtchen Barkerville anzusehen, eines der bekanntesten Touristenziele Kanadas. Alles ist original erhalten, viele ?Bewohner? und Verk?ufer in den Gesch?ften (in denen man auch mit Goldstaub zahlen kann) tragen historische Gew?nder. Ein junger Herr in Anzug und Zylinder zieht seine Taschenuhr heraus, ich winke ihm mit hochgerecktem Daumen. Die Damen hinter der Theke sind ebenfalls alle aufs Feinste kost?miert.

Barkerville

Etwas sp?ter liefern sich der junge Herr mit einer Verk?uferin einen Disput, wie sich die Stadt weiter entwickeln soll. Er vertritt die These, dass das Erschlie?en weiterer Goldfelder zum Segen der Stadt sei, sie ist gegenteiliger Ansicht und fragt nach den Folgen, wenn der Goldrausch vorbei ist. Die Szene entstammt einem Theaterst?ck, das f?r die Besucher in den Sommermonaten aufgef?hrt wird. Wir sind das einzige Publikum und klatschen lautstark Beifall.
Auf dem R?ckweg zeigt sich auch die einzigartige Fauna der Gegend. Am Stra?enrand stehen Elche, ein B?r begr??t uns und ein Coyote huscht ?ber den Asphalt.

Mittlerweile schreiben wir Samstag, den 8. 6. 2013.

F?nf volle Tage haben wir mit der Goldsuche verbracht. ?Suche? ist eigentlich nicht die richtige Bezeichnung, f?r das, was sich am Cottenwood-River abspielte. Es war, ehrlich gesagt, eine schlimme Schinderei. Mit dem Kauf einer ?Sluice?, einer Art an der Oberseite offenem Trichter, der im Fluss verankert wird und st?ndig mit Kies und Sand vom Ufer gef?llt werden will, artete das ganze in harte Arbeit aus. Wir waren t?glich 8 Stunden besch?ftigt, im eiskalten Wasser, zerstochen von den uns umschwirrenden M?cken, bei st?ndig wiederkehrenden Regenschauern.
Aber das Ger?t arbeitet sehr gut und f?ngt die winzigen Goldpartikel sicher ein. Wir ernten fast 100 mal mehr des funkelnden gelben Metalls als mit unserer Goldpfanne.
Dennoch: Genug ist genug, wir brauchen eine Pause, zumal es weiterregnet und der Fluss wieder stark angestiegen ist.

Kanadische Wildnis

Washington Peak Oregon

Rast in Oregon

Kommentar

Frosch “Nevada: Steppe, Staub und Geisterstädte”

Hallo meine Lieben,

mal wieder ein kleiner Bericht von unserer gro?en Reise. Im Moment befinden wir uns in einer Mercedes-Werkstatt in Oregon. Es regnet seit Tagen in Str?men und ist saukalt. Die Wasserpumpe scheint den Geist aufzugeben. Wir aber nicht, uns geht es bestens; wir hioffen allen, die dieser Bericht erreicht, ebenfalls.

Herzlichst, Claudia, Gerd und Strolch

Nevada: Steppe, Staub und Geisterst?dte

So. 12. 5. 13

Wir haben Nevada von Osten nach Westen durchquert. Nevada, ein Staat, der eigentlich nichts zu bieten hat, sieht man von Las Vegas einmal ab. Eigentlich. Doch da gibt es den Highway 50, den einsamsten, langweiligsten Fernweg, den die Staaten zu bieten haben. 400 Meilen unber?hrte Naturlandschaften, in denen einem h?chstens ein Coyote begegnet. Nur im ?berlebenstraining ge?bte sollten ihn befahren. L?sst man sich registrieren, gibt es daf?r sogar ein Zertifikat. Wir befahren ihn ein St?ck und finden, es ist kaum ?bertrieben. Also gehen wir es gem?tlicher an und queren den Staat etwas weiter s?dlich, die als ?extraterrestrisch? von einem blechernen Alien besch?tzt wird. Hier finden sich ausgetrocknete, salzverkrustete Seen, einzelne, oft zerfallene Geh?fte, verlassene Rastst?tten, Telefonmasten, in deren herabh?ngenden Dr?hten der Wind das ?Lied vom Tod? spielt. Immer wieder queren wir Gebirgsketten, ?berzogen von Salbei, Lavendel und anderen Kr?utern der Maccie.

Salzsee in Nevada

Nevadalandschaft

Eine Landschaft als Mischung aus Kasachstan, Pampa und Mongolei (f?r die, die schon einmal dort waren). Starke Winde in den Ebenen verursachen tanzende Staubwirbel, als wollten die D?monen den einsamen Autofahrer zu sich rufen. Freilaufende Rinder ?berqueren dann und wann den Asphalt; die Warnschilder weisen zahlreiche Durchsch?sse der schie?w?tigen Eingeborenen auf.
D?monen und Geister finden sich entlang des HW 95, so z. B. in Goldfield, einer ziemlich heruntergekommenen Bergbaustadt, wo jedoch kaum noch Edelmetall gef?rdert wird.Wir besuchen eine l?ngst aufgegebene F?rderanlage und staunen, dass der Schacht v?llig ungesichert in unbekannte Tiefen f?hrt. Ein Boden ist jedenfalls nicht zu erkennen. M?sste ich eine Leiche verschwinden lassen, w?sste ich jetzt wo!

Ghosttown Bodie 1

Ghosttown Bodie 2

V?llig zum Erliegen kam der Goldrausch auch in Bodie, einer Geisterstatt, die bereits 1916 aufgegeben wurde. Mittlerweile wurde sie als eine der sch?nsten ihrer Art zum vielbesuchten Statepark, in der sich die Besuchermassen dr?ngeln. Ein Gro?teil der Holz-, vor allem aber der Steingeb?ude blieb erhalten, so dass sich ein Eindruck vom Leben der damaligen Zeit gewinnen l?sst. Der damalige Reverend Warrington meinte: ? Ein Meer der S?nde, gepeitscht vom Sturm der Wollust und Leidenschaft? und meinte damit das Treiben in den 65 Saloons der 10 000 Einwohner z?hlenden Wildweststadt, voll von Halunken und Halsabschneidern neben den hart arbeitenden Bergleuten. Schie?ereien, Pr?geleien, Mord und Totschlag waren allt?glich, ebenso wie das L?uten der Totenglocke auf dem Kirchturm.

Gr??er k?nnen landschaftliche Kontraste nicht sein, wie wir sie kurz darauf erleben. Soeben haben wir die Staatsgrenze zu Kalifornien ?berschritten, als wir uns in Norwegen w?hnen. Jawohl, Norwegen. Tiefblau liegt der Lake Tahoe im strahlenden Sonnenlicht, ums?umt von dichtem Nadelwald. An den Ufern die Villen der Reichen und Sch?nen. F?r uns findet sich ein Pl?tzchen auf einem Campground.
Tags drauf speisen wir in einem Cafe, dessen R?umlichkeiten z. T. in einer ehemaligen Goldmine etabliert sind. Grauer, abgest?tzter Fels, Schienen, verrostete Erzloren und Grubenlampen. Toll!

Goldmine

Den ganzen heutigen Tag fahren wir durch ?Schottland?. Sanfte Bergr?cken mit weidenden Rindern und Schafen, blaue Seen, schroffe K?sten mit grau verhangenem Himmel. Der kalte Seewind peitscht die Wasser der tief ins Land schneidenden Buchten, auf denen kleine Fischer- und Segelboote d?mpeln.

Kalif. Pazifikkueste 1

Kalif. Pazifikkueste 2

So hatten wir uns die K?ste n?rdlich von San Franzisco wirklich nicht vorgestellt. Aber wir haben l?ngst verlernt, in Amerika ?berhaupt ?ber etwas zu staunen oder uns zu wundern.

Kommentar

Frosch “Kansas”

Hallo meine Lieben,
mal wieder ein paar Zeilen aus der Weiten Welt. Wie immer geht es uns pr?chtig, auch das Wetter ist zumeist sch?n.
Berti:
Herzlichen Dank f?r den Froschk?nig-Block (www.selbstfahrer.de ; f?r alle die ihn noch nicht kennen),
alle Brakeler: Wir w?nschen Euch tolles Wetter beim Treffen und viel Spa?,
alle ?brigen: dr?ckt uns die Daumen, dass unsere Reise diesmal weiterhin problemlos verl?uft.
Herzlichst Claudia, Gerd und Strolch

Kansas
So, 28. 5. 2013-04-29

Dodge City

Buffalo Bill, Wyatt Earp: Zwei Namen untrennbar verbunden mit dem Namen einer Stadt: Dodge City. Hier konzentriert sich all das, was die Geschichte des amerikanischen Westens ausmacht. Endlose Pr?rie, einst Heimat von Millionen von B?ffeln, Lebensgrundlage der Cherokee, Kiowa und all der anderen St?mme von Pr?rieindianern. Nur wenige Jahre dauerte es, nachdem die Eisenbahnlinie Dodge City erreichte, bis alle B?ffel ihrer H?ute wegen und alle Indianer wegen ihres Landes, ausgerottet oder vertrieben waren. An ihre Stelle traten dann die wei?en Siedler, pfl?gten den Boden und machten Kansas zur Weizenkammer der USA.
Zur Geschichte der Stadt geh?ren aber auch die Viehtriebe aus Texas. Das Longhorn, von hartgesottenen Cowboys ?ber mehr als tausend Meilen nach Norden zur Eisenbahnverladestelle Dodge City getrieben, fand seinen Weg zu den Schlachth?fen Chicagos oder anderer St?dte des Ostens.
Wir schlendern durch die Stadt entlang des Wyatt Earp Boulevards, besuchen das Boothill-Museum, das einen hervorragenden Einblick in die Zeit erm?glicht, als der Marshall mit ein paar Deputys versuchte, in dieser Stadt das Gesetz durchzusetzen. Eine Stadt, beherrscht von Spielern, hart arbeitenden Eisenbahnkulis, texanischen Cowboys, T?nzerinnen und Huren in Salons und Bordellen, stinkenden B?ffelj?gern, die hier ihre erbeuteten H?ute verkauften. Alle auf der Suche nach Vergn?gen, Schnaps und Unterhaltung nach entbehrungsreichen Monaten. Kein Wunder, dass es zu handgreiflichen und zuweilen t?dlichen Auseinandersetzungen kam, deren Opfer dann auf dem Boothill beigesetzt wurden.

Wie im Wilden Westen f?hlten wir uns auch ein paar Tage sp?ter in Cortez, einer Kleinstadt zwischen Colorado und Utah. Etwa 100 Rindviecher, getrieben von zwei lassoschwingenden Cowboys, trotteten ?ber den Gehweg. Leider offensichtlich in falscher Richtung. Mit viel M?he versuchten die beiden, die Tiere aus den Vorg?rten zu treiben, deren leckeres Fr?hlingsgr?n ihnen offenbar besonders schmeckte. Die Besitzer versuchten, das schlimmste zu verhindern und guckten recht sparsam.

Canyonlands_NP_1

Canyonlands_NP_2

Ja, uns hat der rote Westen wieder; der Ausflug in die S?dstaaten ist damit beendet.Vorgestern befanden wir uns auf einem Parkplatz im NP Canyonlands, davor besuchten wir den NP Mesa Verde mit tollen Cliffwohnungen der Anaszasi-Indianer. Heute stehen wir auf einem CP am Rand des Archers-NPs. Vorhin hat es gerade geregnet; die wund ersch?nen Torb?gen in den braun-roten Sandsteinfelsen wirken farblos im Nebelgrau. Aber wir wollen uns ?ber diesen Schlechtwettertag nicht beschweren, zumeist lachte die Sonne vom blauen Himmel.

Cliffdwelling_Mesa_Verde

Kommentar

Frosch: Mississippi

Hallo meine Lieben,
mal wieder ein kleines Lebenszeichen. Uns gehts gut, dem Auto auch.
Herzlichst,
Claudia, Gerd und Strolch

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Am Mississippi

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Mi, 17.04. 2013
Wir folgen dem Verlauf des Flusses Richtung Norden auf einem alten Indianer- und Trapperweg, der mittlerweile zu einer Stra?e nur f?r Touristen ausgebaut wurde. Heute haben wir Vicksburg, die Stadt, in der sich neben Gettisburg der B?rgerkrieg entschied, besucht. Im NP, durch den ein 20 Meilen langer Gedenkweg zu den einzelnen Schlachtfeldern f?hrt, wird ein Teil amerikanischer Historie pr?sent. In vielen Aspekten ist diese Schlacht mit der von Stalingrad vergleichbar. Hier wie dort ging es um die Beherrschung des Stroms als kriegsentscheidende Voraussetzung. W?hrend aber in Stalingrad vor allem die Opfer im Mittelpunkt der Monumente, Plastiken und anderen Darstellung standen, finden sich hier vor allem Monumente der Heldenverehrung. Zwar gibt es auch Tafeln mit Namen der Opfer, doch ist der Charakter ein ganz anderer. Stalingrad erschien mir viel weniger pathetisch, viel wahrer und ehrlicher.
Wir lesen beide gerade ?Fackeln im Sturm?, eines der gro?en Epen die diese Zeit thematisieren. Vieles wird uns jetzt, da wir Plantagen, Herrenh?user und Sklavenunterk?nfte besichtigen, so richtig lebendig. Der Roman in Verbindung mit der realen Anschauung: eindrucksvoller l?sst sich Geschichte nicht erleben.

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Ein Erlebnis ganz anderer Art bot wieder einmal der Besuch einer Mercedes-Werkstatt. Als die Bremskontrolleuchte aufflackerte und ein Fl?ssigkeitsbeh?lter leer war, schien uns ein Werkstattbesuch angeraten da unklar war, ob ein ernsthaftes Problem vorlag. Nachdem uns Chevrolet zu Mitsubishi schickte, die laut gro?em Schild alle Marken angeblich reparierten, verwiesen die uns nichts desto trotz zu Mercedes.
Als wir vorfuhren, kam die ganze Belegschaft, staunte, fragte, welcher Marke unser Auto sei und behauptete so eines g?be es sonst in Nordamerika nicht. Dann erschien der Chef im Nadelstreifenanzug, stellte sich vor, bedauerte, uns nicht helfen zu k?nnen, da er solche Autos nicht reparieren k?nnte und f?gte w?rtlich hinzu: ?Autos ?lter als 10 Jahre reparieren wir nicht? (Ich bin absolut sicher, ihn richtig verstanden zu haben. Erempfahl uns eine kleine Werkstatt f?r Mercedes-Oldtimer. Ich habe ihm dann das passende gesagt, u. a. wie er es verantworten k?nne, uns mit einem Auto, dessen Bremsen m?glicherweise defekt sind, wegzuschicken.
Wir kommen zu ?Fritz und Hans?, einer kleinen Klitsche. Nein, in die Halle w?rde unser Auto nicht passen, und drau?en w?rde man nicht reparieren. Immerhin schaut man nach, entdeckt einen kaputten Schlauch und bietet an, diesen zu reparieren. Er wird gek?rzt und wieder neu aufgesteckt und mit einer Schlauchschelle gesichert. Dann wird Bremsfl?ssigkeit aufgef?llt. Die Rechnung: Stolze 70Dollar f?r 5 min Arbeit. Als ich ihnen vorhalte, f?rs gleiche Geld in New Mexico einen kompletten ?lwechsel incl. Material bekommen zu haben. Wird mir folgendes erkl?rt: !. Auch wenn die Arbeit nur 1 min dauert, wird zumindest eine Stunde berechnet. 2. Die Werkstatt samt Einrichtung habe Eine Million Dollar gekostet. Das m?sse ich auch bedenken. Ich bedenke es und bezahle. Von nun an: Nie wieder Mercedes.

Wir erreichen Nashville/Tennesee, die Hauptstadt der Country-Music. Gleich am ersten Abend wollen wir uns ins musikalische Get?mmel st?rzen. Aber ?hnlich wie in New Orleans versuchen auch hier die zumeist guten Bands vor allem durch Lautst?rke zu ?berzeugen. Gegen halb elf verlassen wir, kurz vor einem H?rsturz, die heiligen Hallen dieser von mir einst so geliebten Musik.
Wir sind gerade dabei, uns f?r die Nacht auf einem Campground einzurichten, als ein Ranger uns vor einem heranziehenden Tornado warnt. Zusammen mit den ?brigen Besuchern bilden wir auf einem nahen Parkplatz eine Wagenburg und feiern die ?Tornado-Party?. Es regnet sp?ter zwar stark, aber das wars.
Wir beschlie?en, zur?ck nach Westen zu fahren und durchqueren die Staaten Tennesee, Kentucky, Illinois und erreichen gerade Kansas. Allen ist gemeinsam, dass sie vor allem mittelgebirgs?hnlichen Charakter haben und von Viehzucht gepr?gt sind.

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Kommentar

Frosch: In den Südstaaten

Hallo meine Lieben,
im Anhang ein paar Infos mit Bildchen.
Uns geht es soweit gut, wir stehen auf einem Campingplatz in New Orleans und genie?en das Leben.
Herzlichst, Gerd u. Claudia

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Route 66

Freitag, 05. 04. 2013
Wir fahren auf dem legend?ren Highway Richtung Osten. Einer Stra?e, die nur noch in Fragmenten existiert und doch f?r die Amerikaner einen solch hohen Stellenwert hat, der dem des Grand Canyon nur wenig nachsteht.
Route Sixty-six, einst die l?ngste Verbindung von Chikago nach Los Angeles, in den 30ern von Arbeitslosen, Entwurzelten genutzt, um in Kalifornien eine neue Chance, das gro?e Gl?ck zu finden. Sp?ter, in den Sechzigern, die Heimat der Easy Rider, die auf ihren Feuerst?hlen ebenfalls der unerf?llten Sehnsucht nachjagten. Doch heute liegt dieser amerikanische Mythos zum gr??ten Teil begraben unter der Autobahn, jener Interstate 40, die an ihrer Stelle den osten mit dem Westen verbindet. Mit sehr viel Einf?hlungsverm?gen vermag man sich in jene Zeit zu versetzen, als hier Thin Lizzys, Corvetts oder schwere Harley Davidsons entlang brausten.
Dabei hilft das kleine Restaurant, einst eine Tankstelle und mittlerweile ein kleines Museum. Aus den Zapfs?ulen flie?t schon lange kein Benzin mehr, die abgestellten, still vor sich hinrostenden Oldtimer stehen als Remineszens f?r jene Zeit.

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Ab und an begegnet uns ein wei?haariger Rentner mit wallendem Vollbart auf seiner schweren Maschine, der den Eindruck erweckt, er sei bereits damals als Motorradrocker unterwegs gewesen.
Wir schlagen den gro?en Bogen Richtung S?dosten. Das Wetter scheint uns nicht einladend genug, die n?chsten beiden Monate im Nordwesten der USA zu verbringen. Zahlreiche Nationalparks mit ihren Campingpl?tzen sind noch geschlossen. In den H?henlagen der Sierra Nevada, jenem Gebirgszug, der Kalifornien von Nord nach S?d durchzieht, liegt noch Schnee.

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Die riesigen Sequoiab?ume haben wir bewundert, jetzt locken die S?dstaaten. Zuvor war noch ein Besuch von Las Vegas f?llig. Wir standen auf einem teuren Campingplatz im Stadtzentrum direkt am Sunset Strip. Die leuchtende Glitzerpracht, die mich bei unserem ersten Besuch so faszinierte, erschien mir jetzt l?ngst nicht mehr so beeindruckend. Zwar gab es im S?dteil des Strip gro?e Besuchermassen, doch die Casinos wirkten fast leer. Der gr??te Teil der Daddelautomaten war unbesetzt, viele Roulett- und Kartenspieltische waren mit einer Haube abgedeckt. ?hnlich wie unser Campingplatz d?rften auch die meisten Hotelburgen ?ber viele freie Zimmer verf?gen. Und das an Ostern, wo doch mit einem Besucheransturm zu rechnen sein m?sste.
Unterwegs fallen immer wieder die ?For Sale- Schilder? auf. Einfamilienh?user, Grundst?cke, sogar Ranches stehen zum Verkauf. Wir interpretieren all dies als Anzeichen der schweren wirtschaftlichen Krise, in der sich das Land offensichtlich befindet.

Do, 12. 04. 2013
Auch wir befinden uns in einer schweren Krise. Zumindest gestern Abend. Tausende von Stechm?cken haben sich in unserem Wohnkoffer breit gemacht, als wir im Sumpfgebiet des Mississippi-Deltas ?bernachten.

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Die wundersch?ne Landschaft, eine Mischung zwischen Camarque und Nordseek?ste, hat uns zum Bleiben verleitet. Hier gibt es neben gro?en Giftschlangen und Alligatoren jede Menge Reiher und anderer Wasserv?gel, deren Balzverhalten wir beobachten. Nach Sonnenuntergangfl?chten wir dann ins Auto. Wir erschlagen und erschlagen Moskitos, doch f?r jede tote erscheinen zehn neue. Schlie?lich hilft nur noch das Bad im Anti-M?cken-Spray.
Nach der unruhigen Nacht konnten wir heute morgen das Leck im Aufstelldach finden und abdichten. So hoffen wir jedenfalls. Unseren sch?nen Stellplatz haben wir daher auch heute behalten und hoffen auf einen ungest?rten Schlaf.
Die Fahrt w?hrend der letzten Woche durch Kalifornien, Arizona, New Mexico und Texas war sehr anstrengend und eher langweilig, weil sowohl landschaftliche als auch kulturelle H?hepunkte fehlten. Dennoch sind wir dankbar f?r ein St?ck Amerika, in dem Touristen wohl eher selten anzutreffen sind. Auch in Fort Stanton, einem der wichtigsten St?tzpunkte zur Unterdr?ckung und Bek?mpfung der Indianeraufst?nde und des Banditentums, waren wir die ersten Deutschen. Allerdings wurde es auch erst 1998 f?r Besucher ge?ffnet.

Sonntag, 14. 04. 2013
Wir stehen am Stadtrand von New Orleans auf einem Campingplatz. Gestern haben wir uns das Nachtleben der ber?hmten Jazzmetropole zu Gem?te f?hren wollen. Aber ausgerechnet jetzt, d. h. seit Freitag bis zum Ende der n?chsten Woche, findet ein gro?es Musikfestival im French Quarter, der Stadtmitte, statt. H?tten wir das geahnt!.
Zuerst glaubten wir, gro?es Gl?ck zu haben. Zum Sonnenuntergang spazierten wir am Mississippi-Ufer entlang, bewunderten den gro?en Schaufelraddampfer, der allerdings nur geladenen G?sten offen stand. Erinnerungen an Tom Sawyer wurden geweckt.
An jeder Ecke spielten Bands, eine Stimmung, wie wohl in Mainz am Rosenmontag. Das Zentrum v?llig ?berlaufen. Die Musik hatte mit Jazz auch nichts zu tun. Zumeist Rock, teilweise etwas Blues. Bei einer kleinen Drei-Mann-Band blieben wir etwas l?nger stehen, weil uns deren Musik besonders gut gefiel. Sie versuchten nicht wie die meisten andern, vor allem durch Lautst?rke aufzufallen. Auch in den Lokalen dr?hnten die B?sse, f?r unsere Ohren viel zu laut. Bereits gegen zehn Uhr versuchten wir ein Taxi zu finden, aber auf die Idee kamen wohl auch andere. Schlie?lich hatten wir dennoch Gl?ck und gelangten vor dem gro?en Gewitterregen, der die ganze Nacht andauerte, zur?ck.

Kommentar

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