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Froschkönigs Reisen 004

Chile
Fr. 15.01.2011

Wir rollen im Morgengrauen von der F?hre. Die ganze Nacht habe ich kein Auge zugetan, obwohl ich mich auf drei gem?tlichen Liegesitzen breit machen konnte. Um uns Weltuntergangsstimmung. Dunkle, tiefh?ngende Wolken, aus denen es unaufh?rlich sch?ttet. Uns ist kalt, wir sind hungrig und ?berm?det. Schnell verlassen wir auf der schwarz gl?nzenden mit gelben Sommerblumen ges?umten Asphaltstra?e den F?hrhafen, um uns ein ruhiges Pl?tzchen zum Ausschlafen zu suchen.
Beim Aussteigen aus dem F?hrerhaus bemerke ich schwarzes Wagenfett, mit dem meine Jeans, die Jacke und auch der Schaffellbezug des Fahrersitzes verdreckt sind. Nichts ist mehr zu gebrauchen, die Sachen taugen nur noch als Bekleidung zur n?chsten Fahrzeugreparatur.
Beschmutzt habe ich mich im Laderaum, als ich schnellstm?glich zu unserem Hund wollte, der die Nacht im Auto verbracht hatte und sich so sehr ?ber unser Wiedersehen freute.
Die nasskalte Regenlandschaft erinnert an Norwegen. Ein Trogtal, umrandet von mehr als tausend Meter hohen steil aufragenden Gebirgsw?nden, deren Gipfel von Schnee und Eis bedeckt sind. (Nein, wir h?tten nicht genau so gut nach Norwegen fahren und uns den weiten Weg ersparen k?nnen; dann h?tten wir doch nicht gewu?t, dass es hier genau so sch?n ist!)
Nach etwa 20 km auf der Stra?e, die inzwischen zur Piste geworden ist, beschlie?en wir, stehen zu bleiben und auf besseres Wetter zu warten. Zu schade, durch diese Landschaft mit Gletschern und eiskalten, fischreichen Seen zu fahren, ohne etwas davon zu sehen und zu haben.
Unterwegs gehen mir die Ereignisse der letzten Tage durch den Kopf. Da waren die Bilderbuchlandschaften der Mittelchilenischen Seenplatte, tiefblau vor schneebedeckten Vulkanen. Leider gab es Stechm?ckenschw?rme mit Bremsen, so gro? wie Bienen, denen wir hilflos im Freien ausgesetzt waren. Da gab es in den D?rfern und St?dten die aberhundert Stra?enhunde, jeder jederzeit bereit, sich auf unseren Strolch zu st?rzen. Wir konnten es nie wagen, ohne unsere Waffe, einen ausziehbaren st?hlernen Schlagstock, auch nur den kleinsten Spaziergang zu machen.
Da gab es das Mittagessen, bestehend aus Pommes mit ganz viel Fleisch und W?rstchen, von dem wir in einem Lokal, vergleichbar einer Pommesbude zu Hause, zwei Portinen bestellten. Schmeckte prima, wir a?en und a?en, doch es wurde kaum weniger. Schlie?lich gaben wir auf, lie?en uns den Rest einpacken. Zweimal haben wir es aufgew?rmt, uns beide Male mehr als satt gegessen, und f?r ein weiteres Mal reicht es immer noch. Dabei kostete eine Portion kaum mehr als die ?brigen Gerichte, etwa sieben Euro. Was denken die sich nur dabei? Liegt hier die Ursache f?r die vielen ?bergewichtigen Menschen, ?hnlich wie in den USA?
Es regnet uns regnet.Die vorletzte Nacht ergoss sich ein wahrer Sturzbach vom Himmel. Gut, wenn das Wohnmobil, das wir mit einer zus?tzlichen Plane gesichert hatten, trocken blieb. Nasse F?sse im Bett sind einfach doof. Die Nacht von Gestern auf Heute bot dann das Kontrastprogram: Hoch in den Bergen stehend, weil wir zu drei kalten, klaren, fischreichen Seen wollten, die dann kalt, am Ufer durch Schlamm unbegehbar und grau sich pr?sentierten, fanden wir einen windigen Stellplatz. Das Auto wurde, wie bew?hrt, wieder mit der Plane zugedeckt. Doch der Wind steigerte sich zum Sturm, die Plane knallte und flatterte, wir konnten kein Auge zutun. Jetzt begreife ich, was die Seeleute mit den ?Roaring Fourtys? meinen, wir befinden uns mittlerweile immerhin auf dem 46 s?dlichen Breitengrad.

Daf?r hat es nicht geregnet. Auch heute fallen nur vereinzelt Tropfen, ab und zu zeigt sich sogar die Sonne. Die verschneten, etwa 2500m hohen Bergriesen h?llen ihre Gipfel allerdings zumeist in Wolken. Dennoch: Eine abtemberaubende Landschaft, die durch Nebel, Regen, Sturm eine Steigerung der Stimmung erf?hrt. Wir sind halt im wahrsten Sinn des Wortes am A…. der Welt.
Patagonien: Eine fast menschenleere, Gegend, aus der die wenigen, die hier wohnen, am liebsten fl?chten w?rden. ?berall stehen H?user und Grundst?cke zum Verkauf. Au?er etwas Viehzucht, die allerdings durch Brandrodung erst m?glich wurde, bieten sich kaum Einkommensm?glichkeiten. ?berall liegen noch die verkohlten St?mme der ehemaligen Urwaldriesen dieses subarktischen Regenwalds. Aus ?kologischer Sicht ein Draa, vor allem, weil der Holzreichtun dieser Region offensichtlich nicht genutzt wird. Mittlerweile werden gro?e Fl?chen, vor allem an Bergh?ngen mit Fichte und Kiefern aufgeforstet.

Claudia & Gerd

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